Dieses so häufig zitierte “New Normal” scheint ein Begriff zu sein, auf den man sich schnell einigen kann…“New Normal” entwickelt sich zu einem Flutschbegriff, bei dem man herrlich stundenlang diskutieren kann, ohne sich auf etwas einigen zu müssen, weil eh jeder etwas anderes darunter versteht. Es ist so wunderbar allgemein, dass erst gar kein Konfliktpotenzial entsteht.

Unsere aktuelle Beobachtung: Viele Unternehmen sind auf der Suche. Auf der Suche nach Antworten, häufig aber auch erst auf der Suche nach den richtigen Fragen, die man sich stellen kann. Und das ist ein guter Ansatz, erst die richtigen Fragen zu suchen.

Und auf der Suche nach dem “richtigen“ New Normal.

Wird alles wieder stabil?

Und manchmal gilt das „New Normal“ auch nur als Sinnbild für den Wunsch, dass jetzt wieder alles schön stabil wird. Wieder normal, halt nur neu.

Wir denken: Nein, stabil war früher mal irgendwann. Als nach jeder Phase des Change auch eine Phase der Stabilität einsetzte. Das wird vermutlich so nie wieder eintreffen.

Wahrscheinlich werden aktuell in vielen kleinen Hinterhofgaragen neue Ideen entwickelt, die wiederum ebenso viele aktuelle Geschäftsmodelle in Frage stellen und zu disruptiven Veränderungen führen. 

Wenn ich als aktuell erfolgreiches Unternehmen nicht die fähigsten Könner an Bord habe und eine Organisationsform gewählt habe, die es mir möglich macht, schnell und robust auf Veränderungen des Marktes zu reagieren, dann wird es schwierig. 

Gestaltungschancen?

Verpassen wir also nicht die Chance, jetzt unser eigenes New-Normal zu gestalten. Die Krise als Chance? Noch so ein viel bemühtes Bild, mit dem man nicht mal mehr beim Bullshit-Bingo gewinnen kann. Vielleicht eher die Krise als Weckruf, endlich mal Einiges in Frage zu stellen, von dem wir bisher ausgingen, dass es wahr und richtig ist. Hier nur mal die Beispiele Hierarchie, Bürokratie und Budgets als Beispiele (Die ganze Liste ist lang)

Brauchen wir Hierarchie, Bürokratie und Budgets?

  • Das hierarchische System hat sich bewährt seit der Erfindung der Schrift. Mit anderen Worten, es ist schon ganz schön alt –(backen). Gibt es sinnvolle Alternativen? Klar, viele Unternehmen experimentieren mit anderen Organisationsformen, und sind damit sehr erfolgreich. 
  • Bürokratische Strukturen entstehen immer dann, wenn man das Rad in seiner Organisation nicht immer wieder neu erfinden will. Es macht durchaus Sinn, ähnliche Fragestellungen mit ähnlichen Prozessen zu bearbeiten und von dem Effizienzgewinn zu profitieren. Wenn diese Regelungen, Prozesse und Strukturen allerdings nicht regelmäßig ausgemistet, auf Sinnhaftigkeit überprüft werden, türmen sie sich irgendwann zu Ungetümen auf, die nur noch behindern.
  • Eine dieser Regelungen sind beispielsweise Budgetierungen. Natürlich macht es Sinn, als Unternehmen sein Geld zusammen zu halten und eine Form zu finden, den Geldfluss zu planen und zu kontrollieren. Was in Unternehmen allerdings daraus gemacht wird, ist abstrus. Und viele Beteiligte fassen sich regelmäßig an den Kopf, aber spielen das Spiel weiter mit. „Wir lügen uns gegenseitig in die Tasche, verbrennen Zeit mit Planungs- und Abstimmungsrunden, deren Ergebnisse spätestens drei Monate später wieder obsolet sind,“ sagte uns kürzlich ein Abteilungsleiter. „Hauptsache wir halten uns an die Spielregeln“, ergänzte er frustriert. Dieses System wird deshalb weiterhin so praktiziert, weil der Glaubenssatz: „die Zukunft ist planbar“ in vielen Unternehmen immer noch präsent ist. Als hätte uns Covid19 oder die aktuelle Flutkatastrophe in Westdeutschland nicht etwas anderes gelehrt. 

Geht es anders? Ja natürlich geht das anders. Literaturlinks finden Sie unten.

Das sind Themen, denen wir in weiteren Blogbeiträgen eigene Überschriften widmen werden, denn es gibt tatsächlich Unternehmen, die ganz anders ticken, geführt werden, organisiert werden und funktionieren.

Zukünftig erfolgreich, egal wie die Zukunft wird?

Die Chance bei dem Gestalten des eigenen „New Normal“ ist, ein Unternehmen so zukunftsfähig zu gestalten, dass es erfolgreich sein wird, egal wie die Zukunft aussieht. Und das wird bei dem allgegenwertigen „War for Talents“ immer wichtiger. 

Die richtig guten Leute werden in die Unternehmen gehen, in denen es die vielversprechendsten Ideen und Umsetzungsformen für neue Organisationsformen gibt und in denen sie persönlich erfolgreich sein können, wachsen und lernen. Home-office und mobiles Arbeiten werden nur ein Teil der Lösung sein.

Weiterführende Ideen und Links: